30.07.2020

Neue Anforderungen durch COVID-19: Inventory Management neu definieren

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Das Geschäft im stationäre Handel erholt sich nach den Corona-Einschränkungen langsam. Damit werden die Auswirkungen der zwischenzeitlichen Unterbrechungen vieler Lieferketten während des Lockdowns deutlich. Eine der Herausforderungen besteht jetzt darin, das maximale Potenzial im Inventory Management zu nutzen.

Schon bevor Kunden wieder einkaufen konnten, gab es zunehmend Probleme mit überfüllten Lagern. Das ist keine Überraschung. Immerhin sahen sich viele Läden gezwungen, zu schließen, obwohl ihre Lager noch voll waren – was wiederum Händler dazu veranlasste, ihr eigenes Risiko einzugrenzen und zukünftige Bestellungen zu stornieren. Interne Daten aus Lieferantenbefragungen zeigen, dass bis zu 30% der Bestellungen im zweiten Quartal 2020 bei den Befragten storniert wurden.

Viele Händler überdenken jetzt ihre Lagerpolitik und sind vorsichtiger: Sie begrenzen ihr Sortiment, führen vermehrt Kontrollen durch und versuchen, in Bezug auf die Lagerung ihrer Waren transparenter zu sein.

Der Einfluss von COVID-19 auf die Lagerumschlagsziffer

Das Verhältnis von Einzelhandelsbestand zu Umsatz, das die Lagerbestände zu den aktuellen Verkaufszahlen ins Verhältnis setzt, erreichte im April ein 18-Jahreshoch– ein deutliches Resultat der COVID-19-Pandemie. Die Zunahme der E-Commerce-Verkäufe reichte nicht aus, um die Ladenschließungen auszugleichen. Die Lager vieler Läden waren maßlos überfüllt. Viele Händler waren deshalb gezwungen, ihre Waren einzulagern oder sie zu einem sehr niedrigen Preis zu verkaufen, was sich stark auf ihre Margen auswirkte.

Macy‘s, ein bekannter amerikanischer Einzelhändler aus dem Fashion-Bereich, schrieb beispielsweise für das erste Quartal etwa 300 Millionen Dollar als Folge von Problemen mit der Ware ab. Kohl‘s, ebenfalls ein amerikanisches Unternehmen, räumte einen Großteil seiner Lager und senkte dadurch seine Bruttomarge von 38% im Jahr 2019 auf 17% im Jahr 2020 für den Dreimonatszeitraum bis zum 2. Mai.

Die Auswirkungen der Überbestände und die weiterhin ungewisse Zukunft in Bezug auf Kundenzahlen und Einkaufsverhalten haben Händler in die Bredouille gebracht. Auch Nordstrom Inc. erklärte kürzlich gegenüber der LA Times, dass seine Geschäfte aufgrund einer konservativeren Lagerstrategie kurz nach der Wiedereröffnung relativ leer standen. Dadurch sollte eine Belastung durch überschüssige Ware verhindert werden. GAP gab an, dass Inventar reduziert wurde und einige Artikel für die nächste Saison eingelagert werden.

Auswirkungen der Intransparenz

Inventory Management ist für Einzelhändler nichts Neues – insbesondere angesichts des Trends zu immer größeren Produktsortimenten. Eine bewährte Strategie war bislang, Bestände „zur Sicherheit“ zu lagern, um so Waren auf Vorrat zu haben, falls die Zukunftsprognosen nicht eintreffen oder es zu Lieferengpässen kommt. Der Nachteil: Überbestände, die zu Rabattierungen oder Abschreibungen führen. Die Vorgehensweise kann auch zu geringeren Umsätzen führen, wenn die Sicherheitsbestände nicht ausreichen.

Der Kern des Problems ist die fehlende Echtzeit-Übersicht über die Waren, die für optimierte Planung, Wiederaufstockung und Einkaufsvorgänge benötigt wird. Eine von Blue Yonder und der Universität Warwick im April 2020 durchgeführte Studie zeigt, dass nur 8% der Einzelhändler ihre Bedarfsplanung in Echtzeit anpassen. Über ein Fünftel der Händler (22%) nutzen derzeit Tabellenprogramme, um diese Prozesse abzubilden, obwohl rund drei Viertel (74%) innerhalb der nächsten fünf Jahre gerne zu einem autonomen System wechseln würden. Das bedeutet, dass der Einzelhandel derzeit nicht auf die nötigen Tools zurückgreifen kann, um seine Bestandsplanung schnell an eine fluktuierende Nachfrage anzupassen.

Einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen

Genau informiert zu sein, welche Bestände in den Läden und im Lager vorrätig sind – und das in Echtzeit – ist essenziell für Planungsprozesse. Allerdings gibt es auch am Ansatz der Lieferkette noch Schwierigkeiten, Bestände transparent zu machen: beim Transport vom Lieferanten zum Händler. Genau dort liegt auch der Mehrwert eines ganzheitlichen Ansatzes in Bezug auf Bestellvorgänge.

Durch unsere Plattform sehen Händler ihre Bestände transparent in Echtzeit, bevor sie im Lager ankommen. Daten auf SKU-Ebene mit entsprechenden Mengenangaben und Lieferzeiten können in die Prozessplanung aufgenommen werden, um sich so ein ganzheitliches Bild über die Bestände zu verschaffen. Durch die Verbindung aller Lieferanten über unsere Plattform arbeiten alle Akteure nach dem Prinzip des “Single Source of Truth”zusammen und können durch Einsicht der Daten aus einer Quelle unter allen Supply Chain Partnern entschiedener handeln und schneller kommunizieren. Damit verschiebt sich das Problem des Inventory Managements von einem statischen Offline-Prozess hin zu einem dynamischeren Echtzeit-Prozess, der es Einzelhändlern ermöglicht, viel schneller auf ein sich änderndes Umfeld zu reagieren.

Tatsächlich lassen sich laut BCG durch die ganzheitliche Transparenz der Bestände über die gesamte Lieferkette 15 bis 30% des Betriebskapitals einsparen. Weshalb? Einzelhändler haben Kontrolle über den sich in Bewegung befindlichen Warenbestand, indem Bestellungen vor- oder zurückgezogen sowie Transitzeiten durch die Wahl verschiedener Transportmittel beschleunigt oder verlangsamt werden.

Erfahren Sie in unserem Forecasting eGuide mehr darüber, wie Sie mit Hilfe der digitalen Lösung von Flexport zuverlässige Prognosen durch eine transparente Supply Chain ermitteln und so ihr Inventory Management optimieren können. Jetzt lesen.

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