18.03.2021

Der Kampf gegen den Bullwhip-Effekt: Kann man Ungleichgewichte in der Lieferkette ausbalancieren?

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Ein Jahr nach Beginn der Corona-Krise spüren Supply Chains rund um den Globus noch immer die Auswirkungen. Der Bullwhip-Effekt (Peitscheneffekt) greift in die Bemühungen vieler Unternehmen um eine Erholung ein, da Lieferschwankungen alle Versuche, auf Nachfrageverschiebungen zu reagieren, deutlich erschweren.

Daraus ergibt sich ein internationales Handelsumfeld voller widersprüchlicher Signale: ein Konjunkturanstieg hier oder eine Turbulenz dort, was zu erheblichen Auswirkungen führt, die sogar kurzfristige Prognosen beeinflussen können.

Unternehmen müssen versuchen, das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage bestmöglich ausgleichen.

Was hat es mit dem Bullwhip-Effekt auf sich ?

Zum Bullwhip-Effekt kommt es im Wesentlichen durch eine Fehlregulierung zwischen der aktuellen Nachfrage und dem zukünftigen Angebot.

Bei ihren Prognosen orientieren sich Unternehmen an der Nachfrage und passen daran ihre Rohstoff- oder Produktbestellungen an. Ein Nachfrageschock wie in einer globalen Pandemie kann die Perspektive auf vielfältige Weise verzerren und dadurch angebotsseitig ein Ungleichgewicht verursachen.

Bestellungen können dann Ihr Ziel verfehlen. In Fabriken läuft ein Rätselraten ab; man produziert zu viel oder zu wenig. Einkäufer legen sich Vorräte noch verfügbarer Waren an oder suchen unter Hochdruck nach Alternativen. Beide Verhaltensweisen können Unternehmen noch mehr in die Irre führen.

Die Verzerrungen verschärfen sich mit jedem weiteren Schritt in der Lieferkette - ähnlich wie bei einer Peitsche, deren Schwingungsmuster sich mit zunehmender Entfernung vom Griff verstärkt.

Just-in-time-Produktion

Bei den aktuellen Handelsströmen ist der Bullwhip-Effekt aufgrund der von der Corona-Krise ausgelösten Turbulenzen besonders wahrnehmbar.

Die Anfälligkeit für einen Bullwhip-Effekt hat sich jedoch bereits länger aufgebaut. Über Jahrzehnte hinweg sollten Just-in-Time-Fertigung und die enge Abstimmung zwischen Bestellungen und Nachfrage Supply-Chain-Ineffizienzen möglichst beheben.

Die Just-in-Time-Philosophie kann bei Unternehmen jedoch schnell zu Engpässen führen, wenn Lieferanten volatile Nachfragesignale falsch interpretieren. Im aktuellen Fall folgte auf die Schließung vieler Fabriken zu Beginn der Pandemie eine rege Nachfrage nach Waren, da Verbraucher viele Dienstleistungen nicht mehr nutzen konnten.

Im jüngsten Handelsbarometer der Welthandelsorganisation (WTO) liegt der Index für elektronische Bauteile bei 105,1 und der Index für Rohstoffe bei 106,9.

Alle Werte über 100 weisen auf Wachstum über der Trendrate hin. Ursache ist wahrscheinlich die hohe Nachfrage nach neuesten Tablets, Spielekonsolen, sprachgesteuerten Küchengeräten und anderen High-Tech-Gütern.

Ebenso wahrscheinlich ist aber, dass Unternehmen Lagerbestand aufbauen.

Die hohe Nachfrage nach Tech-Produkten hat zur Verknappung von Halbleitern geführt, der wichtigsten elektronischen Komponente im IoT (Internet of Things). Nach Auffassung der WTO könnten die Indexwerte ihren Höhepunkt erreicht haben.

Sobald die Zulieferer der Halbleiterindustrie mit der Nachfrage aufschließen, wird der Index möglicherweise näher an 100 (dem Wert für kontinuierliches Wachstum) herankommen.
Eine weitere Lösungsmöglichkeit liegt in einem Rückgang der Nachfrage nach Waren, sobald Dienstleistungen wieder stärker nachgefragt werden. Versorgungslücken können so allmählich geschlossen werden.

Gegenmaßnahmen

Während Unternehmen das Ende der Unsicherheit abwarten, bleibt es schwierig, Prognosen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Wirtschaftliche Stabilisierung tritt vielleicht erst in einigen Monaten ein. Um Ineffizienzen abzumildern, können Unternehmen einige Faktoren intern beeinflussen:

1) Optimieren Sie Ihren Lagerbestand. Beschränken Sie Ihre Produktpalette auf die wichtigsten Artikel, etwa ein gut verkäufliches T-Shirt oder eine charakteristische Farbkombination. Alternativ können Sie auf kleinere Bestellungen oder kürzere Produktzyklen setzen. Ist die Komplexität der Waren geringer, kann der Warenfluss einfacher aufrechterhalten werden. Mit dem Order-Management-Tool von Flexport schaffen Sie mehr Transparenz über Ihre Aufträge und können Bestellungen innerhalb größerer Geschäftszyklen leichter verwalten.

2) Stärken Sie die Beziehung zu Ihren Lieferanten. Es kann noch etwas dauern, bis Prozesse wieder hoch effizient ablaufen, man kann jedoch die Beziehung zu seinen Lieferanten schon heute festigen.

Auf der Flexport-Plattform steht selbst beiläufige Kommunikation im Zusammenhang mit bestimmten Aufträgen oder Sendungen. Erkundigen Sie sich nach mehr Beständigkeit bei der Lieferung von Produkten und Rohstoffen - insbesondere in Branchen, die besonders von Engpässen gekennzeichnet sind,

Die Suche nach alternativen Lieferanten und den entsprechenden Transportrouten kann Ihre Supply Chain bei erneut drohenden Engpässen weiter stärken.

Schaffen Sie dabei jedoch Klarheit in Bezug auf zukünftige Bestellungen, um Missverständnisse zu vermeiden, welche die Lieferströme noch weiter aus dem Gleichgewicht bringen könnten.

3) Erhöhen Sie die Reaktionsfähigkeit. Durch End-to-End-Transparenz und die Verfügbarkeit von Informationen in Echtzeit können Logistik- und Supply-Chain-Teams Herausforderungen schnell bewältigen. Dabei können Sendungen live verfolgt werden, schnell auf Ausnahmesituationen reagiert und Probleme bereits im Vorfeld gelöst werden.

Personalisiertes Reporting hilft Ihnen in Ihrer Planung, um Risiken zu reduzieren und diejenigen Lücken zu schließen, die den Bullwhip-Effekt ausgelöst haben.

Informieren Sie sich über das Order-Management-Tool von Flexport, um mehr Kontrolle und Tranparenz über Ihre Bestellungen zu erhalten.

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