01.10.2020

6 Schritte zur Vorbereitung auf den Brexit

Flexport

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Neun Monate nach dem offiziellen Austritt Großbritanniens aus der EU werden die Regelungen für die neue Beziehung zwischen Großbritannien und der EU noch immer verhandelt. Obwohl wir uns bereits der Frist am 31. Dezember nähern, gab es so viele überraschende Wendungen, dass immer weitere Verunsicherungen darüber aufkommen , wie sich der Brexit auf die Geschäftsbeziehungen auswirken wird. Alle Details zu den bislang wichtigsten Entwicklungen und deren Auswirkungen auf den Handel 2021 lesen Sie hier.

Was geschieht, wenn bis Ende 2020 keine Einigung erzielt wird?

In einer kürzlichen Befragung haben wir Flexport Kunden und Partner gefragt, was ihrer Meinung nach in den Verhandlungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU bis Ende des Jahres geschehen wird.

Fast die Hälfte (48,1 Prozent) erwartet eine weitere Fristverlängerung und dass die Unternehmen ihren Handel wie gehabt fortsetzen werden.

In der Tat arbeitet die britische Regierung bereits an einigen Investitionen und Planungen, die zur Unterstützung der Unternehmen für die Zeit nach dem Brexit erforderlich sind. Zwei Beispiele hierfür sind ein neues Zollabfertigungszentrum und ein LKW-Park an der Grenze von Kent.

Was bringt der Brexit für den Handel?

Die Verhandlungen sind noch sehr offen, wobei Großbritannien eine Beziehung anstrebt, die zwar Zölle und Quoten streicht, jedoch zu mehr regulatorischen Hürden und Zollerklärungen für den Handel führt. Während sich die britische Regierung auf eine weitere wichtige Verhandlungswoche über den Handel in Brüssel vorbereitet, stehen weiterhin Fragen über die Angleichung der Vorschriften, den Handel mit Dienstleistungen und die nordirische Grenze offen.

Was wir bislang wissen, wird die zukünftigen Rahmenbedingungen für den Handel prägen

Diese Ungewissheit macht es für Unternehmen besonders schwer, sich auf den Brexit vorzubereiten. Viele Unternehmen haben mehrfach Brexit-Pläne ausgearbeitet, die sie dann wieder archivieren mussten, weil eine neue Entwicklung eingetreten ist.

Unabhängig davon, ob es zu einem Abkommen kommt oder nicht, werden im Handel zukünftig mehr Reibungen auftreten. Selbst wenn bei einem Abkommen alle Zölle und Quoten aufgehoben werden sollten, würden dennoch nichttarifäre Handelshemmnisse bestehen bleiben. Zum Beispiel müssen Unternehmen neue Import-, Export- und Sicherheitserklärungen ausfüllen. Produkte tierischen Ursprungs werden einer physischen Kontrolle unterzogen und deren Identität und Dokumente geprüft.

Organisationen sollten sich entsprechend auf den Übergang vorbereiten.

6 einfache Schritte zur sofortigen Umsetzung

1. Änderungen der Zölle: Im Januar 2021 stellt Großbritannien auf eine neue Tarifstruktur um, die es einfacher und günstiger machen soll, nach Großbritannien zu importieren. Machen Sie sich mit dieser Struktur vertraut und lernen Sie, welche Tarife anzuwenden sind.

2. Rechtsform: Ein britisches Unternehmen wird nach dem Brexit nicht als etablierte EU-Rechtskörperschaft betrachtet. Daher müssen solche Unternehmen einen neuen Rechtsträger in der EU gründen oder nach alternativen Möglichkeiten der Zollvertretung suchen. Unternehmen sollten sich bereits jetzt mit der Struktur der aktuellen Rechtsform befassen.

3. Verkaufsbedingungen: Die Incoterms legen fest, wer für die Zahlung und den Umgang mit den Waren aufkommt. Eine der Verpflichtungen bestimmt die Zuständigkeit für die Zollabfertigung. Bringen Sie jetzt in Erfahrung, wer in Ihren Handelsvereinbarungen für die Incoterms verantwortlich ist und welche Auswirkungen dies impliziert.

4. Warenverkehr: Die Verwaltungsanforderungen für die Bearbeitung von Sendungen werden zweifelsohne ansteigen, sodass zu befürchten ist, dass die britischen Grenzen überlastet werden. Bedenken Sie, wie sich das auf Ihr Geschäft auswirkt und prüfen Sie, ob und wie Sie verfügbare Zollerleichterungen geltend machen können.

5. Betriebliche Auswirkungen: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt zur Bewertung anderer betrieblicher Auswirkungen wie beispielsweise auf die Supply Chains. Ein vollständiges Verständnis über Ihre Prozesse erleichtert die Aufstellung von Notfallplänen für den Fall eines harten Brexit.

6. Bilanzierung mit latenter Mehrwertsteuer: Wenn Großbritannien die EU ohne ein Abkommen verlässt, müssen Importeure bei der Einfuhr nach Großbritannien Import-MwSt zahlen. Um daraus resultierende Cashflow-Probleme zu vermeiden, hat die Regierung vereinbart, die Mehrwertsteuer erst bei der Steuererklärung und nicht im Voraus zu entrichten. Dies gilt sowohl für Importe aus EU- als auch aus Nicht-EU-Ländern. Sorgen Sie dafür, dass sie diese Optionen vollends erfassen.

Im Verlaufe der weiteren Brexit-Verhandlungen werden weitere Optionen veröffentlicht.

Bereiten Sie sich vorerst so gut wie möglich auf den Brexit vor - noch bevor eine endgültige Vereinbarung getroffen wird.

Sie haben weitere Fragen zum Brexit und den Auswirkungen auf Ihre Geschäftsprozesse? Unsere Experten beraten Sie in allen Fragen dazu - registrieren Sie sich unverbindlich hier und unser Team ruft Sie direkt zurück.

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