27.04.2020

5 Chancen, die sich Im- und Exporteuren jetzt bieten

Tom Gould

Vice President of Customs and Trade Advisory

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Redaktioneller Hinweis: Dieser Blogbeitrag beruht auf einem längeren Artikel, der zuvor in Supply Chain Management Review erschienen ist.

In der Welt des Zolls wissen wir, dass Chaos auch Chancen eröffnen kann. Und die COVID-19-Pandemie bot von beiden sehr viel.

Vor diesem Hintergrund möchte ich Ihnen hier einige Möglichkeit aufzeigen, was einige Zollorganisationen tun, um während der aktuellen Situation Chaos in Chancen und Zoll-Know-how in einen strategischen Vorteil für die Lieferkette zu verwandeln.

1. Daten analysieren, um Zollauswirkungen zu prognostizieren

Kluge Organisationen haben ihre Kalkulationstabellen zur Seite gelegt, denn sie wissen: Neue Einsparungspotenziale sind damit nicht zu finden.

Wenn es darum geht, die Auswirkungen von Zöllen auf Ihre Produkte zu analysieren, bieten Tabellen nur sehr begrenzte Möglichkeiten. Angenommen, Sie haben sämtliche HTS-Codes Ihrer Produkte in einer Tabelle hinterlegt, könnten Sie VLOOKUP-Suchen ausführen, eine Liste aller Ausschlüsse erstellen oder bestimmen, welche Ihrer Produkte von Zöllen betroffen sind.

Was Sie nicht können, ist die Auswirkungen dieser Zölle zu prognostizieren – und genau das wäre wichtig. Ein optimiertes System, etwa eine Technologieplattform für globalen Handel mit einer leistungsstarken Analysesoftware, kann Ihnen diese Möglichkeiten eröffnen. Anstelle der Zuordnung von HTS-Codes, können Sie die voraussichtlichen Zölle pro Land erfassen, um entsprechende Probleme und Kosten frühzeitig zu erkennen.

2. Das Kleingedruckte lesen

Neue Listen und Ausschlüsse werden alle paar Wochen veröffentlicht und sollten immer genau überprüft werden.

Lesen Sie das Kleingedruckte und achten Sie sorgfältig auf Korrekturen früherer Ausschlüsse. Änderungen werden nicht als neue Ausschlüsse nachgedruckt.

In den letzten Wochen des Jahres 2019 wurden beispielsweise die Ausschlüsse für bestimmte Kompressortypen geändert und der Ausschlusswert von 500 bis 900 USD auf 200 bis 1.500 USD geändert. Diese Art der Korrektur ändert dramatisch, wer betroffen ist.

3. Bereiten Sie sich auf eine zusätzliche Prüfung vor

Der Handelsstreit zwischen den USA und China hat das Augenmerk verstärkt auf US-Importeure gelenkt. Allein zwischen 2017 und 2018 sind die von der US-amerikanischen Zollbehörde (CBP) verhängten Strafen um 49 % gestiegen. Die Statistiken für 2019 und 2020 dürften einen noch stärkeren Anstieg aufweisen.

Kluge Importeure, die Ermittlungen, Audits oder Geldstrafen vermeiden wollen, achten demnach besonders auf ihre Zollerklärungen. Um in herausfordernden Zeiten mit verstärkten Kontrollen Einsparungsmöglichkeiten zu finden, koennen Unternehmen wie folgt vorgehen: Zum einen analysieren sie ihre Daten aus dem Blickwinkel der CBP, wobei verstärkt auf Transaktionsdaten geachtet wird. Zum anderen führen sie die nötigen Verfahren ein, um für eventuelle Rückfragen und Kontrollen gewappnet zu sein.

Kooperative, gut vorbereitete Unternehmen werden weniger genau geprüft. Weniger Kontrolle bedeutet weniger Zeitaufwand für die Verwaltung einer CBP-Anfrage- und letztlich gilt: Zeit ist Geld.

4. Die Supply Chain selektiv verlagern

Sie können durchaus Zölle sparen, ohne Ihre gesamte Supply Chain neu zu strukturieren. Oft genügt es, Teilbereiche neu zu strukturieren.

Das Herkunftsland bezieht sich darauf, wo eine Ware hergestellt oder produziert wird. Im Zuge des Handelsstreites zwischen den USA und China haben viele Unternehmen erwogen, sämtliche Produktionsschritte nach Vietnam zu verlagern – ein kostspieliges, zeitaufwendiges und in den meisten Fällen unnötiges Unterfangen.

Wir empfehlen unseren Kunden, sich auf das Herkunftsland zu konzentrieren: Stellen Sie gerade genug von Ihrem Produkt in einem anderen Land her, um (rechtmäßig) die zusätzlichen Zölle auf Produkte chinesischen Ursprungs zu vermeiden. Ein Kosmetikunternehmen, das in China Lippenstift herstellt, nutzte diese Regeln kürzlich, um die Produktion von rohem Lippenstift nach Frankreich zu verlagern. Nach ihrer Fertigstellung in Frankreich wurde es nach China verschifft. Hier erfolgte nur noch die Formgebung und Abfüllung vor dem Export. Aufgrund der Ursprungslandregel wurde der Lippenstift als französisches Produkt eingestuft und überhöhte Zölle vermieden.

5. Compliance zahlt sich immer aus

„So haben wir es schon immer gemacht – und so werden wir es auch weiterhin machen.“ Derartiges bekommen wir oft zu hören. Allzu leicht werden damit Vorschriften verletzt, die zu einer Geldstrafe des CBP führen könnten.

Das Gesetz gilt ausnahmslos und auch wenn dies zu erhöhten Kosten führen, zahlt sich dessen Einhaltung am Ende zahlen.

Fazit

Den bestinformiertesten und zollbewusstesten Unternehmen ist es während unsteter Zeiten gelungen, Einsparungsmöglichkeiten zu finden. Sich Zeit zu nehmen, um Daten zu analysieren und zukünftige Kosten zu planen, kann den Unterschied zwischen einem profitablen Unternehmen und einem Unternehmen sein, das eine große, unvorhergesehene (aber vermeidbare) Strafe oder Abgabe zahlt. In einer Welt, in der Supply Chain Manager nicht mehr auf geopolitische Stabilität zählen können, wird Know-how in Zollangelegenheiten – oder die Bereitschaft, Experten mit diesem Know-how einzubeziehen – ein immer wichtigerer Erfolgsfaktor.

Auch gut informierte Unternehmen müssen einen Teil der Kosten eines instabilen Handelsumfelds mittragen. Doch ihr Anteil daran fällt deutlich geringer aus.

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